19. März 2007, Neues Museum Schloss Salem
Ist unsere Willensfreiheit eine Illusion? - Die Schuldfähigkeit des Menschen im Disput von Neurobiologie und Theologie
Dr. Christina Aus der Au
Neurowissenschaftler wie Wolf Singer und Gerhard Roth verkünden es in Büchern und Interviews: Unsere Willensfreiheit ist nichts als eine Illusion! Es ist unser Gehirn, das entscheidet, was wir tun, und nicht ein freies und moralisch verantwortliches Selbst. Das hätte erschreckende Konsequenzen für unser Menschenbild. Wir wären dann nichts weiter als "seelenlose Bio-Maschinen" (so der Neurophilosoph Thomas Metzinger), die ausführen, was die Neuronen in unserem Gehirn bewirken - ihrerseits vom Zusammenspiel von Genen und Umwelt getrieben. Auf der anderen Seite verteidigt auch Martin Luther den unfreien Willen. Und Paulus klagt im Römerbrief: "nicht, was ich will, das führe ich aus, sondern was ich hasse, das tue ich" (Röm 7,15). Was also ist der Mensch? Und was ist der Unterschied zwischen der Unfreiheit der Neurowissenschaften und der Unfreiheit des Christenmenschen? Die Diskussion darüber rührt an das Verhältnis von Theologie und Naturwissenschaften - und an das Selbstverständnis von Theologie und Glaube.


Dr. Christina Aus der Au
aufgewachsen im Thurgau, Magister in Philosophie und Rhetorik (Tübingen), Lizentiat in Theologie (Zürich), Assistenz am Institut für Umweltwissenschaft (Uni Zürich), Assistenz am Institut für Sozialethik (Uni Zürich), 2002 Promotion in Theologie über Umweltethik, seit 2002 Assistenz für Systematische Theologie/Dogmatik (Uni Basel).

Arbeitsschwerpunkte: Medizinethik, Umweltethik, Philosophie und Theologie, Theologie und Naturwissenschaft, insbesondere im Moment die Neurowissenschaften

Begleitende Literatur
G. Gestrich/Th. Wabel (Hg.), Freier oder unfreier Wille? Handlungsfähigkeit und Schuldfähigkeit im Dialog der Wissenschaften, Berlin 2005

ZURÜCK