Montag, 29. Juni 2015, 19:30, Bibliothek Schloss Salem
Religionsfreiheit und Menschenrechte

Professor Dr. Otto Depenheuer
Zusammenfassung: Grund- und Menschenrechte im heutigen politischen Sinn sind jungen Datums: sie bilden Derivate der Herausbildung moderner säkularer Staatlichkeit in der Neuzeit und sind signifikanter Ausdruck und Motor eines bis heute ungebrochenen Ausdifferenzierungsprozesses der modernen Gesellschaft. Sie geben dem Individuum eine rechtlich garantierte Freiheit gegen den Staat zur individuellen Selbstentfaltung. Die fragmentierte Gesellschaft der Gegenwart ist ebenso wie die "Diktatur des Relativismus" unabweisliche Konsequenz eines freiheitlichen Gemeinwesens. - Staatlich eingeräumte liberale "Freiheit von" läßt indes die entscheidenden Sinn- und Wahrheitsfragen des Menschen unbeantwortet. Sie zu beantworten, ist Aufgabe des Einzelnen, der sich insoweit an den Religionsgemeinschaften orientieren wird, in die er hineingeboren ist. Dergestalt muß er seine staatlich garantierte "Freiheit von" in die "Freiheit zu" einer religiös fundierten Wahrheit überführen. Zwar wird ihn "die Wahrheit frei machen", aber diese Freiheit ist von gänzlich anderer Struktur als die menschenrechtliche Freiheit. Die gegensätzlichen Freiheitsbegriffe werden entfaltet und die unterschiedlichen Rollen von Individuum, Staat und Religionen beleuchtet, diese Widersprüchlichkeit ist zur Einheit zu integrieren.

Kurzvita:
Geb. 1953 in Köln. Studium der Rechtswissenschaften in Bonn (1974-1979). Promotion (1985) und Habilitation (1992) in Bonn. Lehrstuhl für "Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie" an der Universität Mannheim (1993). Seit 1999 Lehrstuhl für "Allgemeine Staatslehre, Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie" sowie Direktor des "Seminars für Staatsphilosophie und Rechtspolitik" an der Universität zu Köln. - Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der "Deutschen Stiftung Eigentum" (2002); Vizepräsident der Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft (2003-2014).

Künstlerischer Werdegang:
Kirchenmusikalische Ausbildung mit B-Examen im Bistum Limburg. Weitere Orgelstudien bei Rosalinde Haas (Frankfurt) sowie bei André Fleury und Jean Langlais (Paris). 1986 "Diplome de Concert" der Schola Cantorum (Paris) in der Klasse von Marie-Louise Langlais-Jacquet. Seit 1975 regelmäßige Mitarbeit als Organist am Bonner Münster sowie seit 1983 an der St. Elisabeth-Kirche in Bonn. Über 300 Konzerte im In und Ausland (u.a. Bonn, Köln, Halle/S.m Frankfurt, Mannheim; Paris, Jerusalem, Singapur, New York) sowie Rundfunkaufnahmen (SWF). - Repertoireschwerpunkt: Orgelmusik des französischen Romantik (insbes. zyklische Aufführung des gesamten Orgelwerkes von Charles-Marie Widor 1982/83 sowie die liturgische und konzertante Aufführung des Orgelzyklus "L'orgue mystique" von Charles Tournemire 1996 - 1999). - Herausgeber von über 100 Orgelausgaben, u.a. des Gesamtwerkes von Camille Saint-Saens sowie sämtlicher Orgelsonaten von Gustav Merkel. ? Über 30 Orgelbearbeitungen, darunter Werke von Dubois, Fauré, Puccini, Franck, Elgar und Respighi für Orgel. Inhaber des Musikverlages édition bon(n)orgue. - Nähere Angaben: www.editionbonnorgue.de.




Vortrag(.mp3)

Gespräch(.mp3)

ZURÜCK
Sonntag, 28. Juni 2015, 18:15, Münster Schloss Salem
Orgelkonzert mit Professor Dr. Otto Depenheuer
"Orgelmusik im Opernstil"

Programm:

Gioachino Rossini (1792 - 1868):
Gran Sinfonia del Tancredi, anonyme Orgelbearbeitung aus dem 19. Jahrhundert
Padre Davide da Bergamo (1791 - 1863):
Sinfonia B-dur (100)
Guiseppe Verdi (1813 - 1901):
3 Versetti per il Gloria da "Traviata", Orgelbearbeitung Carlo Fumagalli (1822-1907)
· Allegro brillante
· Andantino
· Allegretto
Antonio Diana (ca. 1820 - ???):
Rondo-Polonese F-dur
Vincenzo Petrali (1832 - 1889):
3 Versetti per il Gloria
· Allegro brillante
· Andante mosso
· Allegretto grazioso
Giacomo Puccini (1858 - 1924):
"La Bohème", Zwei Szenen. Orgelbearbeitung Thomas Schmögner
· Szene "Rodolfo und Mimi"
· Szene "Mimi's Tod"
L. J. Alfred Lefébure-Wely (1817 - 1869):
Boléro de Concert, op. 166
· Verset F-dur
· Sortie (Postludium) Es-dur

ZURÜCK